
"Aus 1 mach 10"
Das Hexeneinmaleins ist aktueller denn je. Teurer Strom und knappe Rohstoffe verlangen, mehr Produkte in kürzerer Zeit aus weniger Rohstoffen zu produzieren – „aus eins mach zehn“ – diese Rechnung steht ganz oben auf der Industrieagenda. Dazu gehören höchste Energieeffizienz und zur Würze eine Prise Nachhaltigkeit.
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Wo bleibt der Papierkorb?
Wer Sheriff in den USA werden will, muss bereit sein, auch seinen privaten Facebook-Account zu öffnen. Er könnte ja eine Gangsterkarriere hinter sich haben. Also, Passwort oder keinen Job. Auch Privatunternehmen erpressen von Bewerbern bereits Infos aus dem geschützten Bereich. Daten sind heiße Ware. Schließlich resultieren aus der Geschwätzigkeit im Netz unendlich viele Infos: Texte, Bilder und Videos schlagen dort auf – schnell wie aus der Pistole geschossen. ...

Er wusste zuviel
Betreiben Sie auf Facebook eine Unternehmens-seite? Dürfen Ihre Mitarbeiter im Büro facebooken und xingen? Zweimal ja? Klasse, dann liegen Sie im Trend und Ihr Unternehmen wird von Ihren Kunden als modern und innovativ beurteilt. Die aktuelle Studie »Application Usage and Risk Report« von Palo Alto Networks bestätigt, dass Postings und Social Networking-Anwendungen heutzutage rund dreimal so häufig genutzt werden wie noch im Herbst 2010. ...

Kultur des Wissens
In manchen deutschen Hörsälen sitzen in Vor-lesungen heute nur Chinesen in den ersten Reihen. China stellt mit rund 26 000 Studenten die meisten ausländischen Studierenden in Deutschland. Zwei Drittel kehren nach dem Studium nicht in ihr Heimatland zurück. Chinesische Studenten könnten auch dabei helfen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu bekämpfen. Allerdings müssen wir dazu offener werden und Aufenthaltsfristen verlängern. ...

"Eben mal schnell die Welt retten"
Wer hätte das gedacht. Der Atomausstieg verändert unser Land schneller als erwartet. Das erschwert planvolles Handeln. Gut, der Politik wird das längst nicht mehr zugetraut, aber auch der Wirtschaft fehlen noch die durchgängigen Konzepte. Die großen Energieversorger erfinden sich nach anfäglichen Drohgebärden zur Zeit neu. Hinter der Abschaltung von 8 400 Megawatt gesicherter Kraftwerksleistung steckt ein riesiger Handlungsbedarf. „Der deutsche Strommarkt gleicht derzeit einer Baustelle ohne Architekten“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Bauarbeiter wissen zwar, worum es geht, aber der Bauplan fehlt eben noch. ...

"Leisetreter werden gehört"


Notaus 4 ever
Eine Revolution nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Energiekonzept, das sie letzten Herbst durchs Parlament gepeitscht hat. Mit ungewohntem Elan vorbei am Bundesrat, gegen verfassungsrechtlichen Bedenken, und unbeeindruckt von Protesten Zehntausender Atomkraft-Kritiker. Jetzt frisst die Revolution ihre Kinder. Das eilig verkündete dreimonatige Moratorium wirkt wenig glaubwürdig.

Wir sind die besten ...
"Wir sind die besten, im Osten und im Westen, vom Pol bis zum Äquator und auch in Ulan Bator." Der Ort in diesem Vers aus einem Ärzte-Song liegt in der Mongolei und tut eigentlich nichts zur Sache, es sei denn Sie besitzen dort eine Niederlassung und wir machen eine Reportage vor Ort.
Schließlich sind die Maschinenbaubranchen der [me] international gut aufgestellt.
Der eher mit Erfolgsmeldungen zurückhaltende VDMA meldet eine seit Sommer 2009 beispiellose Aufholjagd beim Auftragseingang.

George Clooney und Jeff Bridges wären sicher die Idealbesetzung für den Trailer zur SPS/IPC/DRIVES: „Männer, die auf Technik starren.“ Allerdings ist Technik keine Ziege, die bei intensiver Betrachtung umkippt. Technik will betrachtet werden – von Männern und von Frauen. Der Film „Männer, die auf Ziegen starren“ handelt übrigens vom Training ungeahnter Fähigkeiten. Um ungeahnte Fähigkeiten geht es auch in der Technik – und die sind unter beiden Geschlechtern normal und nahezu gleich verteilt.

Technik muss begeistern
Den Unternehmen fehlen die Ingenieure zu Tausenden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht dadurch den Aufschwung gefährdet. Im Juli 2010 fehlten 36 800 Ingenieure, und die Lücken wachsen kontinuierlich. Der Ingenieurmangel wird sich in den nächsten Jahren verschärfen, stellte das IW kürzlich in einer Studie fest. In keinem anderen europäischen Industrieland rücken so wenige Ingenieure von den Hochschulen und Universitäten auf den Arbeitsmarkt nach.
Ein Grund ist die mangelnde Akzeptanz für technische Berufe bei Jugendlichen. Dabei ist Technik den Kids keineswegs fremd.

„Ich fahre elektrisch“
Die Hannover Messe wird von den Grünen organisiert, die Automatica von Greenpeace, die Motek vom BUND und die SPS/IPC/Drives wird aushilfsweise vom Fraunhofer ISI geführt, weil beim WWF zu dieser Zeit das große Tigerschutzprogramm läuft und sich keiner mit Elektoautomation auskennt.
Das war nur ein Szenario zur „Green Automation“, die sich auf ihre geistigen Väter zurück besinnt. Keine Angst, wir lassen die Messen ihren angestammten Organisatoren: Der Deutschen Messe AG, der Messe München sowie der Schall Gruppe und der Mesago. Alle machen auf ihre Art einen guten Job, manche mehr, manche weniger.

Es tut sich was
Wer glaubt Politiker hätten keinen Humor, der sollte sich doch mal Volker Kauder anhören. Der Chef der Unionsfraktion hat ohne ein Lächeln auf den Lippen formuliert: „Was Schwarz-Gelb macht, was Schwarz-Gelb will, das weiß ich doch nicht.“ Das ist ein klassischer Aphorismus der Bitterkeit, auch wenn manche meinen, es sei nur ein Freudscher Versprecher. Man stelle sich doch mal vor, was los wäre, wenn ein Projektleiter dem Kunden erklärt: „Wir konstruieren die Grundzüge der Maschine und möchten nicht, dass jemand in die Arbeitsabläufe unserer Konstruktion eingreift.

Kontrollverlust
Der Hype auf Cloud Computing ist groß. Doch keiner weiß so recht, was alles aus den Wolken kommt?
Cloud Computing verspricht den flexiblen und bedarfsgerechten Zugriff auf IT-Ressourcen wie Speicherkapazität, Rechenleistung und Software. Aus der Wolke werden zum Beispiel Software, Plattformen oder Infrastruktur „as a Service“ angeboten. Wenn Ingenieure auf ihrem Desktop arbeiten, können sie die Ergebnisse auf dem Cloud Server speichern. Außerdem können externe Konstruktionsteams gleichzeitig darauf zugreifen (siehe „3D aus den Wolken“, Seite 9). Wer konstruiert oder automatisiert kann sich auf dem Cloud Server bedienen.

„20 Prozent auf alles“
Ein Virus geistert durch die Unternehmen: Der „Konjunkturrabatt“. In der Not der Krise hat sich das Virus in manch gute Geschäftsbeziehungen eingenistet. Findige Einkäufer haben dazu den neuen Krisenhit erfunden: „20 Prozent auf alles“.
Manche wollen einfach von jetzt an zurückgerechnet 15 bis 20 Prozent Nachlass auf die gesamten Bestellungen des Jahres. Bei insgesamt weniger Gesamtumsatz ist das sicherlich ein simples Mittel den Krisenschaden dem jeweils anderen in die Schuhe zu schieben, dem Zulieferer oder Maschinenbauer. Schnäppchenjäger ist dann der Endkunde. Er kann dann ein schickes Auto für die Hälfte des Preises erstehen - bevor er selbst seinen Arbeitsplatz verliert. Denn alles hängt zusammen, und wenn keiner Gewinne macht, geht es am Ende allen schlecht - und die Preise sind auf Jahre „kaputt“. Denn niemand kauft ein Auto dann drei Jahre später wieder zu realen Marktpreisen.
Eine kurze Charakteristik des gefährlichen Virus. Eigentlich geht der Konjunkturrabatt auf die Europäische Klimapolitik zurück. Das Ziel die klimaschädlichen Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent zu verringern wurde im Europäischen Rat im Dezember 2008 angesichts der Wirtschaftskrise relativiert. Ausnahmen und Sonderreglungen (siehe dazu *) haben die unter der deutschen Ratspräsidentschaft ehrgeizigen Klimaziele abgeschwächt. „Aber der Konjunkturrabatt, den man aktuell mit Blick auf die Wirtschaftskrise eingeräumt hat, geht fehl und macht angesichts der schon jetzt sichtbaren Schäden an der Natur und der Lebensgrundlage der Menschen Abstriche an einer ambitionierten Klimapolitik, die viel ruinöser sind als die Finanzkrise.“, kritisierte Klaus Töpfer, der Vorsitzende des Rats für Nachhaltige Entwicklung.
Eine Konsequenz dieses Konjunkturrabatts war der Verlust der Vorreiterrolle für Europas Klimapolitik. Zugegeben manch eine Vorreiterrolle gab es ja nur, nur deswegen, weil die anderen noch weniger getan haben. Vorreiter zu sein ist leicht, solange man keine Konkurrenz hat. Offenbar kommt der Antrieb jetzt aus USA, und sogar China macht sich für Klimaschutz stark.
Leider macht bei uns schlechtes Beispiel leicht Schule. Mit instinktloser Unverfrorenheit versprechen KFZ-Versicherer ihren Kunden einen Konjunkturrabatt. Markaber ist das „Quelle-Konjunkturprogramm“. Es bestand im April aus 20 % und im Mai aus 30 % Konjunkturrabatt aufs gesamte Modesortiment. Im Oktober kam dann der letzte Ausverkauf, und die Schnäppchenjäger haben zunächst einmal den Firmenserver lahmgelegt. Ich schließe mich Christian Wolfs Vorschlag an: Konjunkturrabatt ist das Unwort des Jahres (siehe Meine Meinung, Seite 8).
(*)Deutlich mehr als die Hälfte des notwendigen Klimaschutzes der EU zwischen 2005 und 2020 kann jetzt gemäß den neuen EU-Beschlüssen in Entwicklungsländern getätigt werden - und zwar statt und nicht zusätzlich zu dem notwendigen Klimaschutz zuhause.
Zweitens: Die Anreize für neue Kohlekraftwerke unterminieren die erforderlichen viel ehrgeizigeren Klimaziele nach 2020. Beides ist mit der aus gutem Grund selbst gesetzten Messlatte, dem Zwei-Grad-Limit für den globalen Temperaturanstieg, nicht vereinbar.
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Traumfabriken
Über den Wolken muss die Faszination Auto wohl grenzenlos sein ... . Ganz unberührt vom realen Desaster von Porsche & friends zieht es Jungingenieure immer noch am stärksten zu den Automobilisten. Auf der Skala der beliebtesten Arbeitgeber für Abgänger von Ingenieursstudiengängen rangieren Porsche, Audi und BMW ganz oben, gefolgt von Siemens auf Platz vier. Aber kurz nach dem Automatisierer kommt Daimler auf Rang fünf um die Kurve.
Das Berliner Trendence Institut hat 25 000 deutsche Hochschulabsolventen (Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure) zu Präferenzen und Prioritäten rund um den Berufseinstieg befragt. Obwohl bei Jungingenieuren noch ganz oben, haben viele Automobilisten prozentual an Beliebtheit eingebüßt. Spitzenreiter Porsche sackte in der Gunst der Ingenieure von 15,6 Prozent auf 12,3 Prozent ab, BMW von 14 auf 11,9 Prozent. "Die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate spielen hier sicher eine gewisse Rolle", räumt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch ein.
Warum nur eine gewisse Rolle? Ist das immer noch gute Abschneiden Ergebnis früh kindlicher Auto-Fixierung oder schlichte Prägung durch Mamas zu schnelles Kinderwagenschieben. Oder der Ehrgeiz die nervige Kurventechnik der ersten Carrera-Rennbahnen beim Realauto zu verbessern? Alles sehr weit hergeholt, denn jungen Ingenieuren darf getrost rationales Denken unterstellt werden - wenn auch manche Traumfabrik-Präferenz überdacht werden sollte. Wie wäre es zum Beispiel mit den Hidden Champions der Automatisierung, den Mechatronik-Pionieren im Maschinenbau oder den zahllosen genialen Entwicklern in den mittelständische Betrieben. Hier gibt es viele Top-Unternehmen, die noch zu wenig präsent sind in den Köpfen des Ingenieurnachwuchses. Im Ranking der 100 Traumfabriken finden sich nur solche mit mehreren tausend Mitarbeitern. Leider fallen die mittleren und kleinen durchs Raster. Hier müssen der VDMA und der ZVEI noch viel Arbeit für Mitglieder leisten, die kleiner als Siemens, Festo, ABB, Bosch Rexroth, oder Krones sind. Ich sehe endlose Meetings auf die Verbände zukommen.
Auch journalistisch gemachte Fachmagazine stehen vor großen Aufgaben. Es gibt viel spannendes aus kleineren, aber technologisch faszinierenden Unternehmen zu berichten. Jubelarien aus der Automobilindustrie, die Fachzeitschriften leider so gerne drucken, bleiben im Stehsatz. Das schafft noch mehr Platz für die Hidden Champions. Ich freue mich auf das nächste Ranking und werde vorher noch mehr Jungingenieure als [me]-Leser gewinnen.
„[me] wird zur Pflichtlektüre für Jungingenieure“

