NUCLEI als Mechatronik-Gemeinschaft

Nicola Raule (Bild: PeterKemptnerMachtMarketing GmbH)

International gesehen gehören die Mechatronik-Kompetenzen gebündelt und fokussiert: Bei dem mitteleuropäischen NUCLEI-Netzwerk haben sich Cluster, Verbände wie auch Unternehmen und Hochschulen zusammengetan, um länderübergreifende Ansätze der Mechatronik nachhaltig zu unterstützen. Nun – am Ende der Projektlaufzeit – war man sich einig, dass ein beschlossenes Memorandum die weitere Zusammenarbeit besiegelt, die Innovationen, Trendtechnologien und Geschäftsmodelle für alle Netzwerkpartner unterstützt.

Im NUCLEI-Projekt kooperierten führende Innovationsakteure Clusternetzwerke, Universitäten, Firmen sowie Forschungsinstitutionen der stärksten Industrieregionen Mitteleuropas, um ein gemeinsames Innovationsnetzwerk zu gestalten. Bisher gab es sehr erfolgreiche Kooperationsveranstaltungen, die die Beteiligten zusammenbrachten.
Nun, nach Ablauf der Projektlaufzeit, hat man sich im Mai 2019 in Wels verständigt, die Zusammenarbeit auch in Zukunft weiter zu verfolgen. Ein starker Förderer dieser Gemeinschaft ist die ITQ aus Garching, die die Funktion der Innovationsförderung zwischen den NUCLEI Partnern und deren Netzwerk übernahm. Im Fokus waren Ausbildungskonzepte wie Makeathons und die Erstellung eines IoT-Messedemonstrators mit Digital Twin.

Alle Partner von NUCLEI (Network of Technology Transfer Nodes for Enhanced Open Innovation in the Central Europe Advanced Manufacturing and Processing Industry) streben einen länderübergreifenden Technologie- und Wissensaustausch zu Advanced Manufacturing an, der im Verbund die Industrie und die Standorte stärkt. Gründungspartner als auch neue Mitglieder aus der EU verdichteten weiter das Netzwerk, die Resultate wie auch Werte der Gemeinschaft weitertragen. Der von der EU über das Programm Interreg Central Europe geförderte Verbund hat Beteiligungen aus Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Slowakei und die Tschechische Republik.
Die Herausforderung des NUCLEI-Projekts liegt darin innovationsbezogene Dienstleistungen zu verbessern und effizientere, grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten in der Automobil- und Elektroindustrie, als auch in den Sektoren IT-, Robotik und mechanische Automatisierung zu fördern.

Technologie-Networking im Fokus
Rund um Innovation, Smarte Produktion und Prozesse, Mechatronik und Robotik sowie angelehnten Technologiefeldern gibt es in der Technologie-Kommunikation eine Vielzahl an Trends, die ein partnerschaftliches Wirken flankieren. Ob Geschäftsmodelle oder Technologiepartnerschaften – im Grunde genommen sind die Aktivitäten aller Partner gefragt, die einen gegenseitigen Vorteil bringen, um das internationale Beziehungsgeflecht der Mechatronik zu verdichten. Zwei Trends deuten bei der Veranstaltung an, wohin der Weg der Mechatronik im Engineering gehen kann.

Modernes Engineering wird digitaler: Davon hat das LCM (Linz Center of Mechatronics GmbH) auf der Abschlusstagung informiert und demonstrierte die Möglichkeiten der Virtualisierung in verschiedenen Stufen des Produkt- und Prozess-Life-Cycles. Die Potenziale und Vorteile eines Digitalen Zwillings erläuterte Dr. Markus Schörgenhumer in mehreren Simulationsbeispielen, wobei sich Änderungen in komplexen Engineering-Projekten mit Simulationen deutlich vereinfachen. Die Inbetriebnahme vereinfacht sich über das interdisziplinäre Vorgehen mit einer Simulationssoftware erheblich, zumal sich auch Zeiten und Kosten über das virtuelle Testen reduzieren. Für NUCLEI hat dieses Vorgehen einen Leuchtturm-Charakter, da das Vorgehen beispielhaft für mechatronisches Agieren ist.

Kernfunktion der industriellen Kommunikation: Die Johannes Kepler Uni in Linz respektive Univ.-Prof. Dr. Alois Zoitl demonstrierte eindrucksvoll, dass moderne Produktionsanlagen und deren Ausrüstung anpassungsfähiger sein müssen, um schnell und effizient auf Veränderungen reagieren zu können. Im Blickpunkt sind Steuerungs- und Automatisierungsinfrastruktur, die sich beispielsweise mit OPC UA offener und flexibler gestalten lassen. Moderne Software- und Kommunikationsarchitekturen können die Komplexität von Engineering und Betrieb reduzieren, da neue, verteilte Architekturen als möglicher Ansatz zur Erfüllung dieser Anforderungen angesehen werden. Dies erfordert neue Interaktions- und Kommunikationsmuster sowie neue Wege der Programmierung von Automatisierungssystemen aus vernetzten Steuergeräten.
Weitere Kooperationen mit affinen Mechatronik-Plattformen wie European Mechatronic Alliance, Eureka, Manufuture und Effra. Auch die Integration von interessierten Teilnehmern an Gemeinschaftsprojekten gehört zu den Zielen einer zukünftigen Zusammenarbeit. Wichtig ist die Kommunikation untereinander, damit die Kompetenzfelder katalogisiert werden und man so die Bedürfnisse zügig mit den Lösungsanbietern zusammenbringen kann – alles in dem Sinne, Innovation und Technologietransfer im gegenseitigen Networking zu beflügeln.

Statements zur Veranstaltung
“Das NUCLEI Projekt zeigt ganz deutlich, dass sich Open Innovation nicht von Landesgrenzen aufhalten lässt. Die Cluster nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, die die Verknüpfung zwischen Industrie, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen fördern.“
Nicola Raule, Head of R&D Funding CRIT S.R.L.

„Für den Cluster Mechatronik & Automation war die NUCLEI Abschlusskonferenz ein großer Erfolg. Die Projektergebnisse und Vorträge zeigten, dass Cluster zunehmend notwendig sind, um Akteure auf transnationaler Ebene zu vernetzen. In diesem Zusammenhang freuen wir uns darauf, im Rahmen des “NUCLEI Collaboration Network” ein internationales Netzwerk für Technologietransfer weiter auszubauen.“
Heiko Bartschat, Dipl.-Kfm. (Univ.), Geschäftsführer

„Der Mechatronik-Cluster konnte mit den Projektaktivitäten von NUCLEI interessante und vor allem nutzenstiftende Themen rund um die Produktion der Zukunft durch internationale Experten regional vor Ort umsetzen. Unternehmen aus Oberösterreich erhielten damit interessante Einblicke in Themenstellungen wie Kollaborative Robotik, Blockchain Technologie für die Industrie oder auch Retrofitting von Bestandsanlagen. Zusätzlich werden wir das NUCLEI-Netzwerk auch für unsere zukünftige Arbeit nutzen!“
Mag. Elmar Paireder, Cluster-Manager Mechatronik-Cluster, Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH

“Das NUCLEI Projekt zeigt auf, dass man im Zeitalter der Globalisierung und hohen Investments eher nicht als Einzelkämpfer agieren sollte. Mit dem Zusammenschluss von wichtigen Partnern auf Europäischer Ebene können im Zeitalter von Industrie 4.0 innovative Ansätze noch schneller realisiert und ermöglicht werden. Zudem ist es wichtig, eine zentrale Schnittstelle zwischen den verschiedenen Interessensgruppen wie Industrieverbände, Universitäten und Forschungseinrichtungen zu bilden. Dies haben wir mit unserem NUCLEI Projekt erfolgreich realisieren können.
Anis Kossentini, ITQ GmbH

www.interreg-central.eu
www.itq.de